. . . früher auf dem Lande.

Wir begleiten unsere Vorfahren durch ein Bauernjahr.

Nach Aufzeichnungen des Westf. Heimatbundes zum weitergeben an unsere Kinder.

                                                                      Teil 1                                                          zusammengetragen von Willi Kerksiek

 

 

Wenn der Hahn kräht . . .

Geweckt wurde im Sommer um 4 Uhr, im Winter eine Stunde später. Wenn das Herdfeuer angezündet war, gingen die Mägde in den Kuhstall melken. Eine Petroleumlampe war die einzige Lichtquelle. Der Knecht fütterte die Pferde und Schweine. Die Kinder wurden spätestens um 1/2 6 Uhr geweckt, sie wuschen sich an der Pumpe mit kaltem Wasser, frühstückten Knabbeln mit Milch und mussten dann oft mehrere Kilometer weit zu Fuß zur Schule. Im Winter mit Klumpen (Holzschuhe), im Sommer barfuss. Vor Schulbeginn war der Kirchbesuch Pflicht.

 

 

Unser tägliches Brot . . .

Schulbrote gab es mit Sirup oder Apfelkraut. Nur in der Schlachtzeit auch Leber-, Blut- oder Mettwurst. Auf dem Hof gab es für alle nach dem Melken das erste Knabbelfrühstück mit Milch; drei Stunden später gegen 10 Uhr das zweite Frühstück. Als Belag gab es im Winter "Wostebrot" oder "Pannhas", im Sommer Apfelkraut, seltener Honig. Statt Milch auch wohl Kornkaffee mit Zichon'e.

Fachwerkscheune vom Welligen Hofe mit Pferdekarren

Foto Familie Hollmann

 


„Letmathe 21“

Fachwerkhaus der Familie Kerksiek in "Lage-Ohrsen “ 
vor dem Umbau 1973  

 

Das Mittagessen, ein Eintopfgericht, war der Jahreszeit entsprechend aus „Wotteln“ (Wurzeln/Möhren), „Kappes“ (Kohl), „Vicebauhnen“ (Bohnen), „Suermus“ (Sauerkraut) oder „Grühnkohl“ (Grünkohl). Als Abendessen gab es „Pannekooken“ (Pfannkuchen) oder „Broatäppel“ (Bratäpfel) und „Mialksupp met Grütze un Schwattbroot“ (Milchsuppe mit Grütze und Schwarzbrot.).

Nach dem Essen mussten die Mägde spülen, ihre Kleidung in Ordnung bringen, Strümpfe stopfen oder in der Spinnstube arbeiten.

An den langen Winterabenden, saßen sie dann im Schatten der flackernden Herdfeuerflammen zusammen und erzählten Geschichten vom Spöckenkieker.  

 

 

Aus dem Wörterbuch:

Wostebrot oder Pannhas

Kappes

Vicebauhnen

Suerrmus

Knabbeln

 

 

/ Blutwurst gebraten

/ Wirsing

/ Schnippelbohnen

/ Sauerkraut

/ getrocknetes Stuten- Brot in Milch wieder aufgeweicht

 

 

 

Fortsetzung folgt, 
wir wollen unsere Vorfahren weiter durch ein Bauernjahr begleiten.

  Nächste Ausgabe März 2003

Unter www.Kerksiek-Lippe.de

 

 

 

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